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•Das
Opfer: „Ums Geld ging es mir nie. Ich
wollte nur ausschließen, dass der Gutachter noch mal eine Existenz
zerstören kann.“
Donald Stellwag war 34,
als er verhaftet wurde. Angeblich hatte er
mit Hut und Brille eine Bank in Nürnberg überfallen, 54 000 Mark
erbeutet und eine Geisel genommen. Die Überwachungskamera knipste ein
Schwarzweißfoto des Täters. Der Gutachter erkannte darauf „zu nahezu
100 Prozent“ den Angeklagten. Obwohl mehrere Zeugen aussagten, den
Hausmeister am Tattag 220 Kilometer entfernt gesehen zu haben, wurde er
aufgrund des Gutachtens verurteilt.
Im
Gefängnis
erblindete Donald Stellwag auf dem linken Auge, erkrankte an Diabetes,
Ärzte diagnostizierten zwei Tumore in seinem Kopf. Der Häftling galt
als nicht schuldeinsichtig, bekam keinerlei Hafterleichterungen. Am 14.
Februar 2001 wurde er entlassen, 42 Jahre alt, krank.
Sein
Anwalt Erich Bäckerling (65): „Er freut sich. Er wollte, dass dem
Sachverständigen das Handwerk gelegt wird. Die Justiz sollte sensibler
sein, nicht jedem Sachverständigen blind vertrauen. Es gibt ja keine
Kontrollinstanzen für das Gewerbe.“
Wenige
Wochen nach
der Haftentlassung hatte der wahre Täter den Bankraub gestanden. Er war
bei einem weiteren Überfall gefasst worden, bekam elf Jahre und sechs
Monate Haft.
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