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| ZDF-Frontal21 - Video | 26.11.2008 | |
Frontal21 berichtete über die politische
Verfolgung und Inhaftierung des ehemaligen Abteilungsleiters des Ministeriums
für Umweltschutz, Harald Friedrich. Natürlich wird in Deutschland keiner als
politischer Gefangener deklariert. Aber Frontal21 zeigte wie man es macht.
Der politisch unbeliebte Mitarbeiter des Ministeriums wird für 3 Wochen in
U-Haft genommen, weil man ihn politisch motiviert, der Korruption,
Vorteilsgewährung, Vorteilsannahme, sowie bandenmäßigen Betrugs und Steuerhinterziehung bezichtigt. Mit
250 Fahndern werden am 29.5.2008 bei ihm und 12 Mitverdächtigen Hausdurchsuchungen durchgeführt, und Existenz vernichtet,
nur um festzustellen, dass an sämtlichen Vorwürfen nichts dran ist, und man den
ehemaligen Abteilungsleiter nach 3 Wochen aus der U-Haft entlässt. Obwohl der
ehemalige Ministeriumsmitarbeiter nie offiziell als politischer Gefangener
inhaftiert war, wie es übrigens auf der ganzen Welt offiziell nirgends
politische Gefangene gibt, sondern er wegen angeblichen Straftaten inhaftiert
war, wie dies übrigens auf der ganzen Welt bei politischen Gefangenen so
gehandhabt wird, so ist er doch eindeutig politisch motiviert beschuldigt und
inhaftiert worden, und somit eindeutig als politischer Gefangener zu
bezeichnen.
Und damit sind wir in einen braunroten Sumpf zurückgekehrt, den wir mit dem
Untergang des 3. Reich und der DDR für überwunden glaubten. Kein
Wunder, dass der politische Gefangene meinte: "Ich habe mir nicht
vorstellen können, dass man als Systemkritiker in der BRD unter ähnlichen
Bedingungen wie in der DDR verfolgt wird". Ich schon, und zwar bereits
seit 1990. Nicht ohne Grund heißt diese Seite www.FrankAnne.de. Gab es im 3. Reich nicht mal eine politisch Verfolgte mit dem
Namen Anne Frank?
In diesem Skandal ist als Hauptschuldiger nicht die Justiz auszumachen, sondern
die Politik. Und der Systemkritiker hat mit 3 Wochen U-Haft richtig Glück
gehabt. Wahrscheinlich ist ihm gar nicht bewusst, wie viel Schwein er hatte.
Normalerweise gibt die Justiz einen begangenen Fehler nicht so einfach zu,
sondern versucht im Nachhinein etwas zu konstruieren, das ihre Maßnahme
berechtigt erscheinen lässt, und wenn am Ende nur eine Verurteilung wegen
"Falschparken" oder "bei Rot über die Ampel sehen"
rauskommt.
Für mich der größte Skandal, der den wirklichen Zustand dieser Republik zeigt,
ist dass bisher der verantwortliche Minister sich noch immer im Amt befindet,
und es bisher noch keine lautstarken Aufforderungen gab von seinem Amt
zurückzutreten. Ganz egal welcher politischen Partei man nahe steht, ist es
auch nicht verständlich dass der Ministerpräsident an diesen Minister festhält.
Damit schadet man der eigenen Glaubwürdigkeit, dem politischen System und der
ganzen Republik. Aber wen interessiert das heute noch?
Die Justiz müsste nun eigentlich gegen die Verantwortlichen dieses Skandals
vorgehen. Was glauben Sie, wird die Justiz ihrer Aufgabe nachkommen, oder wird
die Politik mal wieder in die angeblich unabhängige Justiz eingreifen?
Im Internet gibt es etliche Seiten zum Thema "Anne Frank". Ich möchte
die Seitenbetreiber als vermutlich politisch Interessierte bezeichnen, die es
mir Ihren Seiten zur Aufgabe gemacht haben, dafür zu sorgen, dass die
3.Reichs-Zustände nicht wiederkehren. Dieser Fall zeigt, sie sind gescheitert!
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Der Fall des ehemaligen Abteilungsleiters
des Ministeriums für Umweltschutz, Harald Friedrich, ist im Internet gut
dokumentiert. Deshalb erspare ich mir die Arbeit, und verlinke auf die Seite.
Da es aber im Internet immer wieder passiert, dass Seiten abgeschaltet werden,
übernehme ich einen Text, der einen Überblick über den Fall und die Verhaftung
gibt. In diesem Fall sind die Hauptschuldigen nicht in der Justiz zu finden,
sondern in der Politik. Ein weiterer politischer Verfolgter also.
Herr Friedrich war gleich etlicher schwerer Straftaten beschuldigt, wie
Korruption, Vorteilsgewährung, Vorteilsannahme, sowie bandenmäßiger Betrug und Steuerhinterziehung.
| Ein ehemaliger Spitzenmann des Düsseldorfer Umweltministeriums wurde
wegen mehrerer Delikte angezeigt - offenbar, um ihn ruhigzustellen | 23.11.2008 .................. | Der Mann hat eine Mission. Drei Buchstaben sind es, die Harald
Friedrich umtreiben. PFT, die Abkürzung für perfluorierte Tenside. Die
organischen Verbindungen können sich bei Menschen und Tieren in Blut
und Gewebe anreichern, sie sind toxisch, äußerst langlebig und einige
davon vermutlich krebserregend. Dass die giftigen Industriestoffe zudem
noch immer im Wasser der Ruhr und der Möhne nachgewiesen werden, lässt
dem 56-jährigen Biochemiker aus dem Sauerland keine Ruhe.
Und er hat einen Schuldigen ausgemacht: den nordrhein-westfälischen Umweltminister Eckhard Uhlenberg.
Friedrich lässt keine Gelegenheit aus, dem CDU-Mann öffentlich
vorzuwerfen, “die Gesundheit von viereinhalb Millionen Menschen zu
gefährden, deren Trinkwasser aus der Ruhr mit PFT verseucht
Friedrich und Uhlenberg verbindet noch mehr als ihre innige
Abneigung. Bis vor zwei Jahren war der Minister der Chef seines
schärfsten Kritikers. Als Abteilungsleiter im Düsseldorfer
Umweltministerium geißelte der bekennende Grüne die PFT-Belastung der
Ruhr, während sein Minister öffentlich abwiegelte (”Kein Grund zur
Panik”). Normalerweise kündigt man so einem Mitarbeiter oder versetzt
ihn auf einen Posten, wo er keinen Schaden mehr anrichten kann.
Uhlenbergs Ministerium entschied sich für einen ungewöhnlichen Weg.
Friedrich sollte mit Hilfe des Strafrechts zum Schweigen gebracht
werden. Die Folgen beschäftigen Justiz und Parlament bis heute. Die Geschichte
beginnt mit dem nordrhein-westfälischen Regierungswechsel im Sommer
2005, als Uhlenberg Nachfolger der Grünen Bärbel Höhn wird. Deren
Mitstreiter verlassen nach und nach das Ministerium oder werden
innerhalb der Behörde ausgebremst. Nur Friedrich darf zu seiner eigenen
Überraschung zunächst auf seinem Posten bleiben. Offenbar ist auch die
neue Mannschaft auf seine Expertise Trinkwassersicherheit angewiesen.
Doch Friedrich, der als ebenso fachkundig wie schwierig gilt, denkt
nicht daran, seine Auffassungen dem neuen Dienstherren anzupassen. Und
so bekommt der Minister wütende Briefe der Wasserwirtschaft, die
vergeblich darauf gehofft hatte, den unbequemen Ministerialen endlich
loszuwerden.
Im Juni 2006 sieht sich Friedrich endlich am Ziel. Ein Bonner Institut
findet in der Ruhr hohe PFT-Konzentrationen, und der Trinkwasserexperte
arbeitet bereits im Urlaub eine Verfügung aus, die dafür sorgen soll,
dass an der Ruhr moderne Trinkwasseraufbereitungsanlagen gebaut werden
müssen. Noch ist er nicht ganz fertig, da steht er nach seiner Rückkehr
vor verschlossenen Türen. Hausverbot, teilt ihm der Pförtner mit und
überreicht die fristlose Kündigung.
Später kann sein Anwalt in den Ermittlungsakten der
Staatsanwaltschaft nachlesen, dass das Ministerium offenbar schon seit
einiger Zeit belastendes Material gegen Friedrich sucht, um
strafrechtlich gegen ihn vorgehen zu können. Man findet Mapro, ein
Projekt zur Verbesserung der Wasserqualität in Rhein, Weser, Ems und
Maas. Friedrich hatte ein Institut der Aachener Hochschule mit der
wissenschaftlichen Begleitung beauftragt.
Vor dem Düsseldorfer Arbeitsgericht kommt es zu einem Verfahren, das
im Oktober 2006 mit einer Erklärung des Ministeriums endet. Friedrich
habe nicht “gegen ministeriumsinterne Vergaberegelungen” im
Zusammenhang mit dem Projekt Mapro verstoßen, muss ihm sein Arbeitgeber
bescheinigen. Gegen eine Abfindung von 75.000 Euro verlässt der
Abteilungsleiter das Ministerium. Doch damit nicht genug.
Das Ministerium erstattet ab Juli nacheinander drei Strafanzeigen gegen
Friedrich. Bei Anzeige Nummer eins erscheint Jörg-Michael Günther,
Uhlenbergs Justitiar, im Landeskriminalamt (LKA). In dieser Anzeige
wird eine Zeugin benannt; sie und eine Kollegin, die ebenfalls unter
Friedrich arbeitete, avancieren zu Kronzeuginnen der Ermittler. Anzeige
Nummer zwei und Nummer drei unterschreibt Uhlenbergs Staatssekretär
Alexander Schink, der Friedrich neben Geheimnisverrat auch
Vorteilsannahme und Bestechlichkeit vorwirft
Den eigenen Korruptionsbeauftragten, einen erfahrenen Staatsanwalt,
schaltet das Ministerium nicht ein. Er bekommt die Vorgänge nicht
einmal zur Kenntnis, obwohl das eigentlich vorgeschrieben ist. Seit
mehr als zwei Jahren ermittelt die Sonderkommission “Stuhl” des
Landeskriminalamts unter der Regie der Wuppertaler Staatsanwaltschaft.
Deren Abteilung für Korruptionskriminalität ist bei Strafverteidigern
wegen ihrer Hartnäckigkeit gefürchtet. Zeitweise werden 30 Telefone
überwacht. Auf 6.000 Seiten wird der Fall in den Akten dokumentiert. In
diesem Frühsommer, am 29. Mai, durchsuchen mehrere hundert Beamte
Privaträume, Firmen und Hochschuleinrichtungen. Friedrich wird
verhaftet. Drei Wochen ist er in einer Zehn-Quadratmeter-Zelle in
Wuppertal eingesperrt. Beim Aufschluss lernt er Mörder, Räuber und
gewalttätige Jugendliche kennen.
Zwar haben die PFT nichts mit der angeblich falschen Mittelvergabe
zu tun, doch seine Akten zu diesem Thema werden gleich mit
beschlagnahmt. Auch sein Computer wird gezielt nach PFT und
Pressekontakten durchsucht. Friedrich erfährt erst aus dem
sechsseitigen Haftbefehl, was ihm vorgeworfen wird: gewerbs- und
bandenmäßiger Betrug, Untreue und Bestechlichkeit. Danach soll er
zwischen Oktober 2003 und Mai 2006 gemeinsam mit einer Handvoll
Professoren, Doktoren und Unternehmern das Land Nordrhein-Westfalen um
4,3 Millionen Euro geschädigt haben, indem er Gelder aus der
Abwasserabgabe “zweckwidrig” verwendet habe.
Friedrich soll seiner “Bande” Forschungsaufträge und Projekte
zugeschustert haben. Als Gegenleistung habe man sich mit einem Laptop
und einem Frankreichurlaub revanchiert, zudem habe ihm eine Firma einen
Smart zur Verfügung gestellt. Während Friedrich noch in der
Untersuchungshaft sitzt, stellt sich heraus, dass der Laptop in
Wirklichkeit als Projektrechner genutzt wurde, den er nach seiner
Entlassung an die Aachener Hochschule zurückgegeben hatte. Der
angebliche Urlaub in Frankreich stellt sich als Besichtigung von fünf
“Fischtreppen an der Garonne” heraus, die entstandenen Kosten dafür hat
der Umweltexperte aus der eigenen Tasche bezahlt. Und die Firma mit dem
Smart besaß gar keinen dieser Kleinwagen, den sie Friedrich hätte geben
können.
Nach drei Wochen kommt Friedrich frei. Ein Gericht weigert sich, die
beantragten Haftbefehle gegen ein halbes Dutzend Mitbeschuldigte
überhaupt zu erlassen. Vor zwei Wochen wird Friedrichs Haftbefehl endgültig aufgehoben, wegen
fehlender “Verdunkelungsgefahr”. Vor einigen Tagen werden auch die
Konten der verdächtigen Firmen freigegeben. Mindestens eine davon ist
durch die Ermittlungen in die Pleite getrieben worden, andere wissen
noch nicht, ob sie die monatelange Sperrung ihrer Konten überstehen
werden. Mehreren Mitarbeitern musste gekündigt werden. Von den
wuchtigen Anschuldigungen ist kaum noch etwas übrig. Die
Staatsanwaltschaft Wuppertal hat schon vor einiger Zeit den Vorwurf des
banden- und gewerbsmäßigen Betrugs fallenlassen. Die Justiz geht
inzwischen auch nicht mehr davon aus, dass sich Friedrich persönlich
bereichert hat. Der Generalstaatsanwalt in Düsseldorf hat die Akten aus
Wuppertal zur Überprüfung angefordert. Vieles deutet darauf hin, dass
die Ermittlungen im vorweihnachtlichen Trubel still und heimlich
eingestellt werden. Der Vorfall sei eine “ganz peinliche Geschichte”,
sagt ein hoher Justizbeamter. Ministerium und Staatsanwaltschaft sind
sichtlich bemüht, den Vorwurf der politischen Einflussnahme auf die
Justiz zu entkräften. Man habe nur Amtshilfe geleistet”, sagt ein
Sprecher des Uhlenberg-Ministeriums und weist alle Vorwürfe zurück. Er
erklärt, der Justitiar habe keine Anzeige erstattet, sondern dem LKA
die “Sachverhalte im Kontext der Kündigung geschildert”. Doch die
Angelegenheit zieht ihre Kreise. Im Landtag werden sich demnächst
Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter und ihr Kollege Uhlenberg
den Fragen der Abgeordneten stellen müssen. Beide sind für diesen
Mittwoch in den Umweltausschuss eingeladen. Die oppositionellen Grünen
und Sozialdemokraten überlegen bereits die Einsetzung eines
Untersuchungsausschusses. Nur das Landeskriminalamt hat die Hoffnung
offenbar nicht aufgegeben, doch noch etwas Belastendes gegen Friedrich
zu finden. Einer der Ermittler rief bereits zweimal bei Friedrichs
Anwalt an. Man solle ihm doch bitte die Pin-Nummer des Handys geben,
das man im Mai bei Friedrich beschlagnahmt habe. Sonst könne man leider
die Daten nicht entschlüsseln.
BARBARA SCHMID
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